11.9.10

Erkraftung des ICHs

In der letzten Zeit habe ich mich verstärkt mit den Büchern von Saether (s.u.) und Oehms (s.u.) beschäftigt und auch nach deren Anweisungen Übungen mit einem gewissen Erfolg gemacht.

Habe dabei auch persönliche Erfahrungen mit inneren Bildern von karmischen Zusammenhängen und von Doppelgängern gemacht, die ich als sehr wirkungsvoll empfinde.

Danach habe ich mich gefragt und geprüft, worin der Unterschied zu den bekanntesten Übungsangaben Steiners besteht. Auch wenn Oehms oder Saether, sich auf Steiner berufen, auch wenn sie Anthroposophen sind und einige Hinweise bei Steiner finden, die sie in ihrer Methode bestärken, so ist der Unterschied in den Übungsangaben und im gesamten Weg doch deutlich.

Wenn man nach Steiners Angaben übt und meditiert, so erlebt man eine Erweiterung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit, des Ichs, des eigenen Selbstes und spürt, dass man eher kleine Schritte in das Geistige hinein macht, dass das aber alles an das Leben angebunden ist. Man überwindet so seelische Probleme, kann mit Alltäglichem besser umgehen und verbessert seine Gesundheit.

Die Übungen nach Saether und Oehms tragen einen unmittelbar in eine innere Wahrnehmungs- oder Bilderwelt hinein, deren Folgen und Wirkungen in der eigenen Seele wahrnehmbar sind .

Beide setzen wohl theoretisch auch den Steinerschen Weg voraus, bevor sie mit ihren Methoden einsetzen. Dennoch können Menschen deren Übungsweg praktisch beschreiten, ohne dass sie den Steinerschen Übungsweg praktizieren.

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In den nun schon mehrmals zitierten „Okkulten Grundlagen der Bagavadgita“ (GA146) fand ich im 3.Vortrag weitere Hinweise zu der gemeinten anthroposophischen Schulung.

Hingewiesen wurde gestern darauf, dass die Überwindung von Sympathie und Antipathie im alltäglichen Leben nötig ist, so dass man nicht mehr so viel über bestimmte Dinge klagt oder schimpft; die Überwindung jeglicher Neugier auf Geistiges; das Durchhalten von Übungen, ohne sie abzubrechen.

Wer also nicht auf dem Schulungsweg voran kommt, zu dem sagt Steiner:

„Du kannst schon hinein (ins Geistige), aber du willst nicht.“ (S.55) „Aber das weiß der andere ja nicht, er glaubt ja ehrlich, dass er den Willen hat, denn der Nichtwille bleibt im Unterbewusstsein. So versteht er es nicht, dass er eigentlich nicht will.“

„Da hilft nur eines, ein einziges... das Selbst stärker zu machen, kräftiger zu machen als man es braucht für das tägliche Leben...Nur dann hat man nicht den Willen zurückzubeben, vor dieser höheren Welt, wenn man in seinen Übungen verstärkt und erkraftet hat das gewöhnliche Selbst, wenn man einen Überschuss an Selbstgefühl hat.“

Lit:Heide Oehms, Karmaerkenntnis - Warum?- Verlag Urachhaus
Jostein Saether, Einstimmen aufs Karma- Verlag Ch.Möllmann