21.12.10

„Ich suche und finde den Christus im Menschen“

Den folgenden Post fand ich auf der Seite:
"DIE PHILOSOPHIE DER FREIHEIT RUDOLF STEINERS"
von Junko Althaus


„Ich suche und finde den Christus im Menschen“

Wieso sucht der Mensch ihn noch heute
in seinem irdischen Leichnam?
Er lebt nicht bei den Toten.

Ich finde ihn im Menschen,
das Ich–Bin in jedem Menschen.

Jemand sagte zu mir,
ich sei unverrückbar konzentriert
wenn ich an Menschenschicksal forsche.
Wieso eigentlich ?

Mit Seele und Geist,
gebe ich mich ganz dem Erkennen hin,
um wahrzunehmen
die einzigartigen Qualitäten im Menschen
und charakterisiere sie im Wort.

Denn sie sind für mich
lebendige Offenbarung einzigartiger Göttlichkeit
des individualisierten Ich-Bins

Und in diesem individualisierten Ich-Bin
glänzt und strahlt das kosmische Ich-Bin,
der Christus-Logos mir entgegen.

Tief berührt und angetan
von individueller Strahlkraft des Ich-Bins
weil in mir auch das gleiche Ich-Bin lebt,
dessen Glanz zum Ausdruck kommt
nur in einer anderen Art und Weise

Ich suche den Christus,
nicht in den zerstörten Häusern
und auch nicht in den verstaubten Büchern
sondern in allen Menschen,
die sein Leben und Schicksal durchleben

Denn Ich weis,
dass ich ihm im Menschen begegne
und finde ihn,
den Logos, den Christus


20.12.10

Sind die Anthroposophen im Himmel alleine?

"Die neuen Toten werden an der Himmelspforte von Petrus empfangen. Der gibt erst einmal eine Führung durch die Himmelsräume. In dem ersten Saal befinden sich lauter Leute die ununterbrochen Gebete murmeln. "Das sind die Katholiken" sagt Petrus. Aus einen weiteren Saal hört man ununterbrochen Gesang. "Das sind die Protestanten" Am nächsten Saal müssen sie lautlos vorbei schleichen. Auf die Frage "warum" antwortet Petrus "Das waren die Anthroposophen, die denken sie wären alleine hier.""

18.12.10

Gespräch II

Günter Röschert gibt in der gestern erwähnten Schrift Hinweise, welche Kriterien für ein wirkliches Gespräch gelten müssten (S.62f): 

Das Gespräch ist das Urgeschehen der Gemeinschaft der Individualitäten.
Das bedeutet für das gelingende Forschungsgespräch:
‑ jeder Gesprächsbeitrag ist durch und durch individuell, da er aus dem frei gewollten reinen Denken stammt; er dient dem Transpersonal‑Gemeinsamen des Gesprächs: Das rein Individuelle ist das Gemeinsame.
‑ Es ist durch wahrnehmbare auditive Vorgänge getragen, seiner Wesenheit nach aber rein gedanklicher Natur. Es ist zugleich ein tatsächlicher Vorgang, eine Handlung, die auf der Einheit von Denken und Wollen beruht.
‑ Es verlangt eine intensive, gewissenhafte, individuelle Vorbereitung, die aber am besten wirkt, wenn sie nicht am vorbereiteten Menschen, sondern an den anderen Teilnehmern zum Ausdruck kommt.
‑ Es ist ein lebendiger Organismus von Geben und Nehmen. Wer spricht, nimmt die Aufmerksamkeit der Hörer in Anspruch, aber er gibt auch; wer hört, gibt sein eigenes Ausdrucksinteresse hin zugunsten des Hörens, er verzichtet so lange auf Sprechen.
- Es unterliegt keinerlei Normen, Verboten, Indices usw., es ist völlig frei. Es unterliegt seinem eigenen Logos, dem sich die Teilnehmer frei hingeben.

Bedingungen und Erfahrungen
Man könnte glauben, ein Gespräch unter Mitgliedern über einen geisteswissenschaftlichen Text Schritt für Schritt zu führen, könne doch nicht schwer sein. jeder Sprecher knüpft eben an seinen Vorredner an, dann kommt das Gespräch ganz von selbst zustande. Diese Annahme erweist sich rasch als naiver Irrtum. Es ist tatsächlich bestürzend schwer, ein der Hochschulidee gemäßes Gespräch zu führen. Gleichwohl ist Gesprächsfähigkeit eine anthropologische Veranlagung. Der werdende Mensch wächst im Gespräch, an seinen Unzulänglichkeiten vertieft sich seine Selbsterkenntnis."
In einem Forschungsgespräch der Hochschule werden Gedanken ausgetauscht, nicht nur Worte. Die wechselseitig vermittelten Gedankeninhalte werden aktuell hervorgebracht, also aktuell auch verantwortet, wodurch sich das Denkbewusstsein des Gesprächskreises bildet. Das Gespräch ist gegenseitige Hilfeleistung auf der Grundlage gegenseitiger Anerkennung. Nicht auf schnelle Übereinstimmung bei bekannten und eingeschliffenen Überzeugungskomplexen kommt es an im Schatten von Worten und Aussagestücken, sondern auf die ergebnisoffene Fragehaltung.
Das Gespräch ist dem Bildevorgang geschuldet, nicht den Inhalten. Es ist eine in jedem Augenblick entstehende Wesenheit, nicht die Kumulation der einzelnen Redebeiträge. 



17.12.10

Das Gespräch I

Vor kurzem erschien von Günter Röschert ein kleines Büchlein "Das freie Hochschulgespräch als umgekehrter Kultus - Das Existenzproblem der Freien Hochschule". Darin fasst er einige bereits früher veröffentlichte Artikel zum Thema Gespräch oder Hochschulgespräch zusammen.

Zunächst sei hier das Ende seiner Ausführungen (S.78f) zitiert:
Ausblick 
Gesprächen über Inhalte der Geisteswissenschaft im weiteren Sinne kann entgegengehalten werden, dass entscheidende spirituelle Erfahrungen, schon auf dem Gebiete des intuitiven Denkens, nur vom einzelnen Menschen erlangt werden können. Das ist sicher richtig, doch bedarf auch jede ernsthafte eigene Erfahrung der Bestätigung und Rechtfertigung durch eine wie immer geartete Gemeinschaft. Das Verhältnis persönlicher Einsichten oder auch nur Vermutungen zu den Vorgängen im Gespräch mit anderen Menschen ist ein Verhältnis wechselseitiger Hilfe und Befruchtung, wie es das dialogische Prinzip in einer Hochschule oder Akademie erfordert. Im Werke Rudolf Steiners ist eine kaum auszuschöpfende Fülle möglicher Forschungsinhalte veranlagt. Man könnte nun meinen, es müsse ganz leicht sein, mit erfahrenen Anthroposophen ins Gespräch zu kommen, ohne dass irgendeine signifikante Persönlichkeit ins Dozieren oder gar ins Verkünden kommt. Irrtum! Schon nach wenigen Versuchen zeigt sich, dass es ungeheuer schwer, für manche Menschen unerreichbar schwer ist, ein verantwortliches Gespräch mit anderen Menschen, vorrangig um des Gesprächs selbst willen, zu führen. Gerade der vielfach vorhandene, in Jahren oder Jahrzehnten angesammelte Wissensstoff kann zum schweren Hindernis für den überpersönlichen Gesprächsverlauf werden. Die Überzeugung, man bilde in einem anthroposophischen Gesprächskreis das Gefäß für die Herabkunft geistiger Wesenheiten, ist gewiss nicht falsch, zunächst aber handelt es sich um reine Anmaßung.
 Es darf nicht übersehen werden, dass ein anthroposophisches Hochschulgespräch einer sicheren moralischen Basis bedarf. Im Übrigen ist ganz offen, welche Geister sich einer Gesprächsgruppe nahen. Bei näherem Bedenken zeigt sich, dass die Gesprächsbeteiligung einer seelisch‑geistigen Fähigkeit bedarf, die Rudolf Steiner als «moralische Phantasie» bezeichnet hat und die das geheime Zentrum seiner Freiheitsphilosophie ist. Die moralische Phantasie ist das Wahrnehmungsorgan für die inneren Erfordernisse jeder Situation, also auch jeder Gesprächssituation. 
Alle geisteswissenschaftlichen Forschungsbereiche ‑ und das bedeutet auch alle Mitteilungen Rudolf Steiners ‑ bedürfen fortlaufender Prüfung und Bewegung in Gesprächen, die der geistigen Welt zur Akzeptanz oder Abweisung angeboten werden. Ob dies geschieht und in welcher Konsequenz, ist das Existenzproblem der Freien Hochschule. 

13.12.10

Klassenstunden 4

"Damals [im Jahr 1925, als einem prominenten Mitglied der ersten Klasse auf einer Rußlandreise die Mantren abgenommen worden waren] sprach Herr Steffen ein Wort aus, das mir seither immer nachgegangen ist. Er sagte: Ich würde sie [die Texte der Klassenstunden] allgemein bekannt geben.- Ich war damals sehr erschrocken, es fuhr mir etwas ins Herz, aber zugleich kam mir der Gedanke, vielleicht ist es der beste Schutz." 

Marie Steiner: Brief vom 4. Januar 1948

11.12.10

Wie weiter mit der Anthroposophie?

In den "infoseiten Anthroposophie" Herbst 2010 schrieb Frau Sam einen Artikel: 
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Martina Maria Sam

Ursprüngliche Impulse aus dem Geistigen schöpfen

In Bezug auf die gegebene Fragestellung haben mich immer die Worte Rudolf Steiners zur Eröffnung der Weihnachtstagung 1923/1924 besonders angesprochen, in denen er den Mitgliedern ans Herz legt, zur Anthroposophie zu stehen, sie nicht voreilig in Parallele mit anscheinend ähnlichen Entwicklungen zu bringen und sich des „Ursprünglichen“, des „Primären“ ihrer zentralen Impulse bewusst zu sein. Ganz scharf betont er z. B. in Bezug auf die Eurythmie: sie dürfte „in keiner Weise verglichen werden (…) mit irgend etwas anderem, was scheinbar ähnlich heute in der Welt auftritt“.

Warum warnt Rudolf Steiner vor der „Kontextualisierung“, wo er doch selbst interessiert am Zeitgeschehen teilnahm? Warum betont er so akzentuiert das Eigen- und Einzigartige der anthroposophischen Impulse?

Offensichtlich weil es eben ursprüngliche, primäre Impulse sind, die sich nicht aus einer historischen Entwicklung ‹horizontal› ableiten lassen, sondern direkt (‹vertikal›) aus dem Geistigen als ‹Neugeburt› geschöpft sind („etwas durchaus aus den allerursprünglichsten Quellen der Menschheits-Entwickelung heraus schöpfendes Neues“).

....
Martina Maria Sam ist Leiterin der Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum."

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Ganzer Artikel: http://www.info3.de

Warum sind Anthroposophen eigentlich nicht revolutionär?

Auf "menschenweltenzeit" fand ich einen Artikel, auf den ich hier hinweisen möchte:


hier ein Ausschnitt:
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"Aber warum kämpfen, hacken und leaken die Anthroposophen eigentlich nicht mit? Warum machen sie keine Politik? Warum demonstrieren sie nicht? Warum halten sie sich aus Stellungnahmen zum Zeitgeschehen heraus? Sind sie völlig weltfremd? Jenseits von gut und böse? Durch Anthroposophie erkennt man doch eigentlich sehr gut um die ganzen Missstäde der Welt. Anhand der Dreigliederung wird doch handgreiflich, wie korrumpiert und krankder soziale Organismus heute ist.

Wenn man die Anthroposophie erarbeitet, lernt man Wirklichkeit der Geistwelt hinter den Phänomenen kennen, man sieht die Konturen genauer, erkennt lichtbringende, heilsame Situationen, und genau so deutlich auch die Realität, dass es Menschen gibt, die in einen so extremen Egoismus fallen, dass sie aus dem Leid anderer Menschen ihre Kraft beziehen, die sich ganz dem Bösen verschreiben, die sogar bereit sind, den Planeten unbewohnbar zu machen, die halbe Menschheit zu vernichten wollen aus Machtgier. Man weiß um das verderbliche Wirken der größten Teils dekadent gewordenen Geheimlogenbrüder, weil Rudolf Steiner selbst zunächst anknüpfte an freimaurerisches Geheimwissen, bevor er alle Esoterik herauslöste aus dem Verborgenen und veröffentlichte und erweiterte, so dass sie von allen Menschen zum Gute angewandt werden kann.

Und was kann man nun im Sinne der Anthroposophie tun?"
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