Es gibt Menschen, die gehen in die Natur, betrachten sie, studieren sie, erfreuen sich an ihr und bewundern sie vielleicht gar. Diese Menschen entsprechen denjenigen , die Geisteswissenschaft lesen, studieren und die nicht meditieren.
Dann gibt es Menschen, die bebauen das Land, sie ackern und graben, sie jäten und harken, sie säen und ernten. Diese Menschen entsprechen denen, die meditieren.
5.12.19
2.12.18
Der Sinn des Materiellen und des Widerstandes
Um eine Höhe zu erklimmen, brauche z.B. so etwas wie eine Leiter, die sich gut abstützt, damit ich empor komme. Ein fester, harter Boden; eine feste stabile Leiter ist die Voraussetzung für ein Höherkommen. Ein sumpfiger, weicher Boden stützt keine Leiter sicher ab. Damit erfüllt das harte, verhärtete Materielle seinen guten Sinn.
Geistig betrachtet, brauche ich den Widerstand eines Problems, an dem sich meine Intuition entzünden kann.
In geistige Höhen komme ich nur, wenn ich mich auf dem Grund des Ungeistes fest abstützen kann.
Nichts sei uns also willkommener als ein Feind oder Gegner im Geiste, denn er ist die Voraussetzung für mein geistiges Ringen und damit für meine Weiterentwicklung.
Das Negative in der Weltentwicklung scharf und fest ins Auge gefasst impulsiert die postitive Reaktion.
Wer wird über den Boden schimpfen, ihn verdammen ob seiner Härte, wenn er doch meine Stütze ist; mein Diener für das Steigen in die Höhe.
So erfüllt jedes Ding seinen guten Sinn im großen, komplizierten Weltgefüge. Klagen, Jammern und Verurteilen ist gewöhnlich ein großer Irrtum. Eine Energie, die schlichtweg in die falsche Richtung arbeitet. Sie will die Grundlage des Lebens, unserer von den Göttern gegebener Existenz zerstören.
Alles, was mich im Leben auf meinen gewohnten Bahnen hemmt und stört, ist in Wahrheit der Ruf nach Erkennen, nach Wandlung, nach Entwicklung.
Geistig betrachtet, brauche ich den Widerstand eines Problems, an dem sich meine Intuition entzünden kann.
In geistige Höhen komme ich nur, wenn ich mich auf dem Grund des Ungeistes fest abstützen kann.
Nichts sei uns also willkommener als ein Feind oder Gegner im Geiste, denn er ist die Voraussetzung für mein geistiges Ringen und damit für meine Weiterentwicklung.
Das Negative in der Weltentwicklung scharf und fest ins Auge gefasst impulsiert die postitive Reaktion.
Wer wird über den Boden schimpfen, ihn verdammen ob seiner Härte, wenn er doch meine Stütze ist; mein Diener für das Steigen in die Höhe.
So erfüllt jedes Ding seinen guten Sinn im großen, komplizierten Weltgefüge. Klagen, Jammern und Verurteilen ist gewöhnlich ein großer Irrtum. Eine Energie, die schlichtweg in die falsche Richtung arbeitet. Sie will die Grundlage des Lebens, unserer von den Göttern gegebener Existenz zerstören.
Alles, was mich im Leben auf meinen gewohnten Bahnen hemmt und stört, ist in Wahrheit der Ruf nach Erkennen, nach Wandlung, nach Entwicklung.
12.9.18
DIE MCHIAELI-ZEIT IM JAHRESLAUF
Wir leben mit Leib und Seele
eingebettet in den Jahreslauf. Im Frühling freuen wir uns über die
sprießende und erblühende Natur. Im Sommer genießen wir die
Sonnenwärme. Mit unseren Sinnen saugen wir das alles freudig in uns
hinein. Weniger Beachtung schenken wir dem, dass auch unser
Innenleben sich mit dem Jahreslauf verändert.
Man könnte das so beschreiben: Wir
Menschen sind gewissermaßen zwei Menschen. Wir sind ein
„Außenmensch“ und ein „Innenmensch“. Als Außenmenschen
könnte man alles das an uns bezeichnen, was wir im Spiegel
betrachten und was andere an uns wahrnehmen können mit ihren Augen,
Ohren, mit allen ihren Sinnesorganen.
Der Innenmensch ist das, was nur wir in
uns erfühlen; unser gesamtes Gefühls- und Bewusstseinswesen.
Unser gesamtes Außensein wird von
unserem Innenmenschen geprägt. Jeder Gefühlsausdruck, jedes Wort
ist eine Wirkung, die unser inneres Wesen nach außen sendet.
Wenn wir uns nun selbsterkennend
betrachten, dann werden wir feststellen können, dass unser
Innenleben, unser Bewusstsein viel reicher, viel größer, viel
umfassender ist, als alles, was wir nach außen offenbaren können.
Nur ein Bruchteil unseres Innenmenschen kommt zur äußeren
Erscheinung. Das Innenleben ist viel lebendiger als das, was andere
Menschen an uns wahrnehmen können.
Nun stellen wir uns vor, unsere Gefühle
würden bei ihrer Entstehung wie Pflanzen, wie Blumen durch unsere
Haut nach außen wachsen. Dann nähern wir uns dem, was wir in der
Natur um uns herum erleben können.
Im Jahreslauf erleben wir das Wesen
unserer Erde, das Wesen der Natur in unterschiedlicher Weise.
Wir können die Natur in Verbindung mit
der „Mutter Erde“ in ihrer Gesamtheit ansehen als ein Wesen mit
einem inneren Aspekt und einem äußeren. Was im Menschen zu jeder
Zeit stattfinden kann, nämlich dass er sich mehr in sein Inneres
zurückzieht, dann wieder sich mehr nach außen wendet, das entfaltet
sich in der Natur im Jahreslauf in einem zeitlich geordneten
Rhythmus.
Wir können am Jahreslauf ablesen und
mitempfinden, dass die Natur sich zu einer gewissen Zeit mehr ihrer
Außenseite zuwendet und sich dann wieder mehr nach innen
zurückzieht.
Von Weihnachten bis zum Sommerbeginn
erleben wir eine Wendung der Natur nach außen. Im Wachsen und Blühen
stülpt sie ihre Innenseite nach außen.
Nach dem Sommerhöhepunkt kehrt sich
das um. Die Natur wendet sich wieder nach innen. Im Verwelken des
Laubes erleben wir das Verschwinden der Außenseite. Die Natur wendet
sich nun wieder ihrem Innenwesen zu.
Wenn man die Erde, die Natur als ein
Wesen betrachten kann, als ein lebendiges Wesen in dessen
Lebensprozesse wir Menschen eingebettet sind, dann kommt es nun im
Herbst dazu, dass wir mehr oder weniger dem Innenleben der Welt
begegnen, mit ihm mitfühlen, mit ihm mitdenken, dass sich unser
Bewusstsein von der Oberfläche des Außenseins abwendet und mit der
unendlichen Fülle des Innenseins der Erde und des Kosmos
mitschwingen kann, wenn es sich dafür empfänglich macht.
Das ist der Sinn des Michaelifestes am
29. September, diesen Umschwung bewusstzumachen, ihn mitzuerleben,
die menschliche Seele empfänglich zu machen dafür, dass es unter
und hinter der Oberfläche der Welt und des Lebens, noch etwas viel
Reicheres und Tieferes gibt, als es die Außenwelt, die Oberfläche
zum Ausdruck bringen kann.
In der Weihnachtszeit würdigen wir
dann, wenn wir sie in diesem Sinne betrachten, den Höhe- und
Endpunkt dieses Prozesses und zugleich die Wirkung und Frucht dieses
jahreszeitlichen Innenlebens.
30.6.17
Adam und Eva
"Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch.
Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm."
Das Skeletthafte im Menschen geistig betrachtet ist sein intellektuelles Denken. Gewisse Gesetze und Urteile geben dem Menschen Halt und Gerüst. Sie sind etwas Starres, aber als solches auch notwendig. Im eigentlichen Sinne ist dies eine männliche Eigenschaft. Dem Weiblichen entspricht eine andere Art mit der Welt umzugehen. Es ist beweglicher und weicher. Das Weibliche braucht für das Irdische auch ein gewisses inneres Skelett. Dieses kann es aber nicht aus seiner eigenen Natur heraus entwickeln. Es muss das Tote, Skelettartige vom Männlichen übernehmen. Deshalb kann man es bei Moses so verstehen, dass eine Rippe aus dem Männlichen genommen wurde und dem Weiblichen zugrundegelegt wurde.
26.1.16
Eine offenbare und zugleich okkulte Szene
Das sonderbare Kartenspiel
Die Hand wird
bei solchen Vorgängen von Mächten geführt.
Ein Freund legt ein merkwürdiges, umfangreiches
Kartenspiel auf den Tisch. Darauf Planetenzeichen in den vier Ecken und
tarotartige Bilder. Ich solle mir eine Frage überlegen und dann
eine erste Karte ziehen. Mir schwant, womit ich es zu tun habe
und äußere, dass ich das nicht machen wolle. Man drängt mich. - Ich
habe früher mit solchen Dingen experimentiert und will "eigentlich" nichts
mehr damit zu tun haben. Warum ich nicht wolle, werde ich gefragt? Weil ich es
mit bestimmten, realen Kräften, nein Wesen zu tun habe, die in
diesem Vorgang walten; aber mit diesen möchte ich nicht direkt oder gar spielerisch umgehen.
Man respektiert meine Einwände nicht und drängt
mich eine erste Karte zu ziehen und verdeckt hinzulegen. Ich
sauge mir eine Frage, ein Problem aus den Fingern und konzentriere mich auf sie. Nicht wissend, dass eine ganz andere Frage in mir lebt:
"Warum habe ich mich bewegen lassen, doch mitzumachen?" (Aber das
wird sich im Prozess klären, da es eben, genau wie ich schon
sagte, ein realer Vorgang ist, kein Spiel.)
Eine zweite Karte zeige mir, wie ich mit der
Frage, die ich mir gestellt habe umgehen kann, so wird mir
erklärt. Und die dritte Karte zeige das Ziel auf, zu dem das
alles führt.
Auf der ersten Karte erscheint ein Engel und eine
Hexe - mit einer Schlange und weiteren entsprechenden Accessoires:
Ich sei also vor die Entscheidung gestellt, den einen oder den
anderen Weg zu gehen.
In diesem Moment ist mir noch nicht bewusst, dass es
genau um die Frage geht, die ich in mir trug, als ich zur ersten
Karte griff: Will ich mein Leben mit guten, weißen Geistern
gestalten oder mit den anderen. Gehe ich den rechten oder den
linken Weg? Bzw. diese Entscheidung hatte ich natürlich zuvor
in meinem Leben bereits längst getroffen. Nur in dem
Moment, wo ich mich bewegen ließ, doch zur ersten Karte zu
greifen, hatte ich meine eigene Lebensentscheidung schon
negiert.
Auf der zweiten Karte erschien eine Art
Mephistopheles-Gestalt mit entsprechendem Zubehör. Aha,
nun wurde mir schon deutlicher, was hier vorging. Das sei der
Helfer zu dem - jetzt noch unbekannten - Ziel der 3.Karte.
Und was erschien auf der 3.Karte: Eine schwarze
Messe!
Nun war der ganze Vorgang aufgedeckt. Damit war den Leuten, die anwesend waren, demonstriert, was mit diesem
Kartenspiel vor sich ging und zu welchem Ziel es führt. Man
zeigte mir, dass ich aus den unzähligen Karten, die
überwiegend freundlichere Themen hatten, ausgerechnet einige der
wenigen "schwarzen" gezogen hatte.
24.1.16
Geist tritt in der eigenen Seele auf
"Mani ist es, der diejenige Stufe der menschlichen Seelenentwickelung vorbereitet, die das eigene seelische Geisteslicht sucht. Alles, was von ihm herrührt, war ein Berufen auf das eigene Geisteslicht der Seele und das war zugleich ein entschiedenes Aufbäumen gegen alles, was nicht aus der Seele, aus der eigenen Beobachtung der Seele kommen wollte. Schöne Worte rühren von dem Mani her und sind das Leitmotiv seiner Anhänger zu allen Zeiten gewesen. Wir hören: Ihr müsst abstreifen alles dasjenige, was äußere Offenbarung ist, die ihr auf sinnlichem Wege erhaltet! Ihr müsst abstreifen alles, was äußere Autorität euch überliefert; dann müsst ihr reif werden, die eigene Seele anzuschauen!"
(GA 93 – Die Tempellegende und die Goldene Legende Seite 73)
Dieses ist heute eine Notwendigkeit für uns alle. Was wir uns auf Autorität hin aneignen oder was wir uns anlesen, das hat nicht das Leben, das die Geisteswissenschaft braucht, um die Herzen der Menschen zu erreichen, zu beleben, zu befeuern.
Es bleibt grau. Man mag es noch so sehr durch die eigene Seele mit dem eigenen Scheinfeuer oder Scheinleben übertünchen.
(GA 93 – Die Tempellegende und die Goldene Legende Seite 73)
Dieses ist heute eine Notwendigkeit für uns alle. Was wir uns auf Autorität hin aneignen oder was wir uns anlesen, das hat nicht das Leben, das die Geisteswissenschaft braucht, um die Herzen der Menschen zu erreichen, zu beleben, zu befeuern.
Es bleibt grau. Man mag es noch so sehr durch die eigene Seele mit dem eigenen Scheinfeuer oder Scheinleben übertünchen.
7.11.13
Anthroposophischer Gesprächskreis Braunschweig
Seit gut drei Jahren trifft sich unser Anthroposophischer Gesprächskreis wöchentlich. Zur Zeit sind wir elf Menschen, die donnerstags
im Braunschweiger Zweigraum zusammentreffen. Wir sind überwiegend
Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft. Viele haben ihr Leben
lang intensiv Anthroposophie erarbeitet.
Rudolf Steiner äußerte einmal, dass
für eine esoterische Entwicklung auch der Gesichtspunkt der
Brüderlichkeit unabdingbar sei. In schwesterlicher und brüderlicher
Gesinnung zusammen sich um das Geistige zu bemühen, das ist unser
Herzensanliegen. Um uns diesem Ziel anzunähern, wollen wir nur nicht
das Wissen und die Erkenntnisbildung, die den Kopfpol ansprechen,
allein in den Vordergrund stellen, sondern wir wollen, dass das
Fühlen, das fühlende Erleben auch seinen entsprechenden Stellenwert
bekommt. Anthroposophie wird individuell in jedem einzelnen Menschen,
indem sie vom Kopf in das Herz hinunter wandert und dort wahrgenommen
wird. So entsteht das neue Herzenswissen, aufgeschlossen für alles
Weltliche und Menschliche, hinabströmend in den handelnden Willen.
Diese Gleichwertigkeit des Kopfmenschen
mit dem Herzensmenschen bedingt bei uns auch, dass die Gruppe keinen
Leiter hat. Das Herzenswesen findet seinen Ausdruck in den Armen, die
sich zur Seite in die Weite breiten können. Der Kopf dagegen steht
und bleibt für sich. Mit den Armen können wir einen Mitmenschen
umarmen, wir reichen ihm die Hände, wir können einen Kreis bilden
und uns an den Händen fassen. Wir legen auch für unsere Arbeit
gewöhnlich kein Buch oder keinen Zyklus zugrunde, wodurch der
Inhalt der Begegnung schon längerfristig vorgegeben wäre. - Was
nicht heißen soll, dass wir in irgendeiner Weise das gedruckte Werk
Rudolf Steiners oder gleichwertige Literatur geringschätzen; ihm
verdanken wir vieles oder gar alles. - Sondern bei jedem
Zusammenkommen bildet sich gewissermaßen die Gemeinschaft ganz neu.
Aus einer meditativen Stille heraus ergreift einer von uns das Wort.
Die nächsten Gesprächsbeiträge schließen sich ihm an. Jeder
Gesprächsbeitrag klingt in Ruhe nach, weil man sich wirklich zuhört
und nicht gleich den vorherigen Gedanken mit seinem eigenen Denken
überdeckt. So entsteht immer wieder ein erstaunlich ruhiger,
verbindender Gesprächsduktus. Immer ist der Sprechende der
Mittelpunkt unserer Gemeinschaft, er ist der „Leiter“.
Wir wollen es vermeiden, bereits
anderswo oder früher gedachte Gedanken oder Angelesenes
nebeneinander in den Raum zu stellen. Sondern wir versuchen aus dem
Erleben heraus zu sprechen, eigene, neue Formulierungen zu finden,
die ganz mit unserer Persönlichkeit verbunden sind. In diesem Sinne
gibt es bei uns keine falschen Aussagen, sondern nur persönliche,
und die sind immer richtig und wahr. Und das wollen wir gelten
lassen.
So bleibt es nicht aus, dass sich
unsere Herzen immer wieder berühren, dass wachsendes Vertrauen die
Atmosphäre bestimmt. Und so treten wir gelegentlich auch fühlend an
die Schwelle heran und überschreiten sie tastend, inspiriert durch
die schwesterlich-brüderliche Offenheit und Ehrlichkeit.
In der geschilderten Gesinnung ringen
wir inhaltlich und gestaltend z.B. um die Jahresfeste. Wir bewegten
uns lange rund um das Thema Doppelgänger oder Kernenergie und ihre
Folgen, gelingend und scheiternd. Außerdem betrachten wir -
Wahrnehmung und Empfindung übend - Steine, Pflanzen, Farben oder
auch Bilder.
Es war ein Wagnis, ein Experiment mit
einer Arbeit in diesem Stil zu beginnen. Wir betrachten den Versuch
als gelungen, auch wenn jedes Treffen von neuem eine Herausforderung
ist und die volle Ich-Gegenwart, die volle Ichhaftigkeit erfordert.
Aus dem Keimling ist eine kleine Pflanze geworden, die auf dem
geistigen Boden der Teilnehmer wächst und gedeiht.
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